Wie finde ich den richtigen Diamant?

Das Herzstück eines Solitärs

Sollten Sie sich dazu entschlossen haben Ihrer Freundin mit einem Verlobungsring einen Antrag zu machen oder Ihrer Partnerin ein ganz besonderes Geschenk machen wollen, ist der Solitärring meist die ideale Wahl. Durch seine schlichte Eleganz mit nur einem (meist großen) Diamanten entwickelt er eine Symbolkraft, die gerade bei wichtigen Anlässen, wie etwa dem Heiratsantrag, das Herz der Beschenkten im positiven Sinne aussetzen lässt. Da der Diamant das Herzstück des Solitärrings bildet, sein Wert sich aber für ungeübte nur schwer einschätzen lässt, wollen wir Ihnen an dieser Stelle einen transparenten Einblick verschaffen. Verstehen Sie den folgenden Text daher bitte als kleinen Diamanten-Crashkurs, um aus einem großen Angebot an Diamanten, den EINEN richtigen zu finden.

Diamant ist nicht gleich Diamant

Bevor Sie sich beim Juwelier oder im Internat auf die Suche nach dem richtigen Diamanten begeben, ist es wichtig sich Eines klar zu machen: Diamant ist nicht gleich Diamant.

Der Diamant ist nämlich ein Naturprodukt und als solches immer einzigartig. Selbst zwei ähnliche Steine aus der selben Miene sind daher nie identisch. Gerade beim Schmuckkauf – und dies ist an dieser Stelle gar nicht deutlich genug zu betonen – ist es daher äußerst ratsam, sich jeden Stein vor dem Kauf auch in Natur anzusehen. Denn obwohl der Diamantenmarkt sehr transparent ist und auch viele Zertifikate (wie z.B. GIA) die Sicherheit bei der Steinbewertung mittlerweile erhöhen, basieren die meisten Faktoren zur Bewertung des Preises auf subjektiven ermessen.

Lassen Sie sich den echten Diamanten also unbedingt vor dem Kauf zeigen und vom Verkäufer durch die Lupe erklären. Ein Diamantimitat (auch Zirkonia genannt), kann die natürliche Brillanz und seine Wirkung im Ring nämlich nie wiedergeben.

Doch auf was müssen Sie achten, wenn Sie einen Diamanten durch die Lupe betrachten um seinen Wert nachzuvollziehen?

Die Berühmten „4Cs“

Grundsätzlich gilt, der Wert eines Diamanten definiert sich durch seine so genannten 4Cs: Carat, Color, Clarity und Cut.

Carat:

Der bekannteste Faktor zur Bestimmung des Werts eines Diamanten ist sicherlich sein Gewicht, welches in Carat gemessen wird. Als Faustregel gilt: Je höher die Carat, desto höher der Wert, wobei der Einkaräter (bei guter Qualität der anderen 3Cs) eine Schallmauer ist, die meist erst nach mehreren Jahren Ehe durchbrochen wird und die Wertschätzung für den Partner ausdrücken soll. Bei Verlobungsringen hingegen liegt das übliche Gewicht eines Diamanten meist zwischen 0,30 und 0,50 Carat.

Color: 

Der zweiter Faktor der den Wert eines Diamanten bestimmt ist der Faktor Color. Mit dem Begriff „Color“ ist hierbei jedoch nicht die Unterscheidung in blaue, schwarze oder braune Diamanten gemeint (ja die gibt es auch), sondern seine Reinheit bezogen auf das Licht, welches sich in dem Diamanten bricht. Denn ein weißer, bzw. farbloser Diamant strahlt heller, als ein leicht getönter Diamant. Die Unterscheidung der Farbschattierungen erfolgt anhand des Alphabets, wobei D (bzw. „River“) für hochfeines Weiß steht, während Steine ab der Kennzeichnung J bereits gelblich erscheinen. Da der Solitärring vom Funkeln seines Steines lebt und Sie bei Ihrer Partnerin vor allem mit einem strahlenden Stein punkten wollen, empfiehlt es sich mindestens einen Stein mit der Color-Kennzeichnung F oder G für Ihren Ring zu verwenden.

Clarity:

Diamanten sind Naturprodukte und als solche selten ganz perfekt. Viele Steine haben sogenannte Einschlüsse, die sofern sie mit bloßen Auge sichtbar sind, als schwarze Punkte innerhalb des Steins erscheinen, da sich das Licht hier anders bricht. Um diese Eigenheit in den Wert des Steins mit einzubeziehen wird der Faktor Clarity hinzugezogen, der von Lupenrein (IF) bis Grobe Einschlüsse (P3) reicht und graduell, die Reinheit eines Diamanten misst. Wie bei dem Faktor Color sollten Sie auch beim Faktor Clarity bei ihrem Solitär auf hohe Qualität setzten um das Funkeln des Steines zu erhalten. Es empfiehlt sich daher keinen Stein unter (SI-Qualität) zu kaufen.

Cut:

Das letzte der 4Cs steht für den Cut und beschreibt neben der Schliffart (z.B. Brillant, Princess oder Cussion), die Umsetzung des Schliffes. Dieses Kriterium ist ganz besonders wichtig, da Rohdiamanten in ihrer Naturform stumpf erscheinen und erst durch den richtigen Schliff ihren Glanz bekommen. Das Diamantenschleifen ist dabei auch heutzutage noch ein tatsächlicher Handwerksberuf,(Der Diamant wird dabei euch heute noch händisch geschliffen)  der entweder gut oder schlecht ausgeführt werden kann. Diese Tatsache, verleiht dem Diamanten zwar einerseits eine zusätzliche Individualität, andererseits kann sie sich aber gerade auch beim Brillanten verheerend auf seine Strahlkraft auswirken. Erhält ein Brillant durch das Schleifen nämlich nicht die richtigen Proportionen, wird er selbst als lupenreiner Diamant und mit Color D nicht richtig funkeln. Sie sollten daher unbedingt einen Stein auswählen, der in seinem Cut mit exzellent bewertet ist. Zusätzlich sollten Sie falls es ein Halbkaräter oder Einkaräter werden soll darauf achten, dass der Stein etwas mehr als 0,50 bzw. 1,0 Carat besitzt. Die 0,5-Caratsprünge eines Diamanten gelten nämlich als besondere symbolische Hürden, die den Wert des Steines überproportional steigern. Ist der Stein also ganz genau 0,50 oder 1,0 Carat schwer kann es sein, dass der Diamantschleifer weniger Material als nötig vom Rohdiamanten abgetragen hat, nur um seinen Wert zu steigern. Denken Sie also daran eine dieser symbolischen Hürden mit Ihrem Stein zu überschreiten sollten Sie lieber auf Nummer sicher gehen und einen Stein mit ungeradem Gewicht (etwa 0,52 ct. oder 1,01 ct.) wählen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen durch unsern Diamanten-Crashkurs einen Anhaltspunkt geben konnten um erste Diamanten miteinander vergleichen zu können.