Ein klassisches Paradoxon

Egal zu welchem Zeitpunkt man die Welt betrachtet, sie ist immer irgendwie verrückt. Denn so oft hat man das Gefühl, dass all die von Wissenschaft prognostizierten Makrotrends und Vorhersagen für unser persönliches Umfeld nur bedingt zutreffen. Doch so extrem wie dieses Mal war es bisher selten.

Denn während sich die negativen Nachrichten mit Inflationsraten über 8%, Rohstoffmangel bei fast allen Vorprodukten und Baumaterialien und steigenden Zinsen täglich überschlagen ist davon in Gräfelfing und München wenig zu spüren.

Ganz im Gegenteil: Es wird jedes Wochenende ein Geburtstag, Gartenfest oder Jubiläum gefeiert, die Restaurants sind trotz saftiger Preisanpassungen ständig ausgebucht und auch der Urlaub darf dieses Jahr gerne einmal etwas länger oder weiter in die Ferne gehen.

Und so scheint es als würden wir paradoxer Weise, aller negativen Begleitumstände zum Trotz, es endlich schaffen das Leben in vollen Zügen zu genießen.

In unserer Schmuckwelt ist dieses Paradoxon der gestiegenen Lebensfreude, trotz äußerst widriger makroökonomischer Umstände, im internationalen Markt für Farbedelsteine ebenfalls zu beobachten. Denn während auf der einen Seite die Nachfrage nach intensiven Farbedelsteinen in den besten Qualitäten drastisch steigt, sind auf der anderen Seite viele Vorkommen nicht mehr zugänglich oder einfach völlig erschöpft.

Dies führte uns bereits kürzlich zu dem ersten Fall, bei dem wir ein Schmuckstück anfertigen durften, wo nicht der Preis des Farbedelsteins, sondern überhaupt das Bekommen dieses seltenen Edelsteins das zentrale Problem war. Solche absurden Situationen, in denen der Markt nicht mehr durch den Preis, sondern einzig und allein durch die Verfügbarkeit geregelt wird, werden sich in Zukunft aber vermutlich zunehmend häufen.

Um nicht komplett sehenden Auges in die Situation zu kommen in der wir keine Schmuckstücke mehr mit den schönsten Farbedelsteinen dieser Welt anfertigen können, weil es keine verfügbare Rohware mehr gibt, haben wir unsere Einkaufsstrategie in den letzten Monaten etwas angepasst. Ganz bewusst versuchen wir nun unsere Lager mit so vielen exklusivsten Farbedelsteinen wie möglich zu bestücken, bevor das Angebot einfach erschöpft ist.

Die ersten Schmuckstücke sind hierbei bereits entstanden

A) Unsere Afrika-Ringe:

Unsere Afrika-Ringe haben wir mittlerweile in vielen Farben angefertigt. Egal ob blauer Zirkon, lila Royal Purple Granat oder wie unserer neuester Ring mit Turmalin in Cognac Farbe, transparenten Farbedelsteine mit einer hohen Farbintenstität und ohne sichtbare Einschlüsse sind immer gefragter.

B) Ein Santa-Maria Aquamarin:

Die Santa-Maria Mienen in Brasilien, die Aquamarine in den perfekten Blautönen hervorbringen sind bereits erschöpft. Auf den Weltmarkt können daher nur noch Funde vergangener Tage angeboten werden, die im Wert von Jahr zu Jahr steigen. Ein Baguette-Diamant unterstreicht den kühlen Charakter dieses 3,07-Carat Aquamarine.

C) Paraiba-Turmalin Anhänger::

Auch der Paraiba-Turmalin kommt ursprünglich aus einer bereits erschöpften Miene in Brasilien. Neue Funde in Mosambik führen aufgrund der gleichen außergewöhnlichen neon-blau-grünen Farbgebung mittlerweile auch die Bezeichnung „Paraiba“ im Namen und sind selbst mit starken Innenleben heute zum Teil teurer als so manch ein Diamant in vergleichbarer Größe.